Young Art @ Spotlight: Ulrich Stürmer
Ventilatoren im Zentrum der Kunst
Nummer drei in unserer Kunstreihe ist Ulrich Stürmer. Der Wahl-Stuttgarter ist Jahrgang 66 und widmet sich seit nunmehr knapp sechs Jahren ausschließlich der Kunst. Mit 40 Jahren stellte sich der diplomierte Holztechniker die Frage, ob es denn möglich sei, das eigene Leben einer Komplettänderung zu unterziehen. Er beantwortete die Frage mit „Ja“ und lieferte den Beweis gleich selbst.
In seiner Zeit als Ingenieur hatte er bereits angefangen Ventilatoren zu sammeln. Ein Blick auf seine umfassende Sammlung belegt, dass es ihm vor allem die älteren Klassiker angetan haben. Nachdem er zu Beginn seine Künstlerlaufbahn mit Skulpturen experimentierte, konzentrierte er sich in den letzten Jahren verstärkt auf die Verbindung seines Hobbies und seiner neuen Berufung: Im Rahmen der Kunstreihe „Venti-Art-Or“ kreierte er mithilfe seiner Ventilatoren zahlreiche Installationen.
Erste Erfolge stellen sich ein
Mit seiner experimentierfreudigen Herangehensweise hat er es bereits in das renommierte „Arte Creative“-Portal geschafft. Vor allem über die Kreativplattform des deutsch-französischen Kultursenders bekommt er seitdem großen Zuspruch und hat mehr als nur einen Fuß in die Kunstszene gesetzt. Für den Künstler selbst gilt die Maxime: Nur das Werk zählt. Die gängige Praxis in der deutschen Kunstlandschaft ist ihm mehr oder weniger ein Dorn im Auge.
Ulrich Stürmer über den Kunstmarkt
„Der Kunstmarkt wird meiner Meinung nach von Menschen bestimmt, für die Kunst vor allem eins ist: Eine Ware, mit der man Geld verdienen kann. Da es wenige eindeutige Kriterien gibt, nach denen Kunst beurteilt werden kann, bedienen sich Galeristen in Deutschland meist folgender Qualitätskriterien: 1. Wo und bei welchem Professor hat der Künstler studiert? 2. Welche Stipendien und Preise hat der Künstler bereits erhalten? 3. Wie alt ist der Künstler? 4. Wie bekannt ist der Künstler? Für mich als Kunstfreund, steht vor allem das Werk im Mittelpunkt, und nicht so sehr der Lebensweg.“
Das nächste spannende Projekt
Nach seinen Ventilatoren-Installationen widmet er sich nun einem neuen Projekt: Die Auflösung von Skulpturen. Das hört sich grundsätzlich erst einmal merkwürdig an, allerdings nur solange man es nicht gesehen hat. Da er den Auflösungsprozess auf Video festhält, wird die Vergänglichkeit sichtbar und damit quasi greifbar. Ein Kunststück, an dem bereits viele vor ihm gescheitert sind.

