Faces in Places
“Faces in Places” - ein Phänomen
Es gibt sie noch, diese alles verändernden Momente. Zugegeben, eine große Veränderung ist das nun Folgende nicht, jedoch eine äußerst spaßige. Für Familien könnte es auf langen Autofahrten das „Ich sehe etwas, das du nicht siehst“-Spiel ersetzen: Dem Londoner Jody Smith fiel auf, dass sich in vielen Gegenständen, landschaftlichen Strukturen oder Häusern Gesichter verstecken. Er gründete „Faces in Places“. Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich die kleine Idee rasant, mittlerweile ist die Fotografen-Community der Gesichter-Suchenden auf knapp 6.000 angewachsen und Jody hat ein Buch mit den besten Bildern herausgebracht. In einem Gespräch erklärt er uns, wie es zu all dem kam.
Was steckt hinter der Idee zu “Faces in Places”?
Ich habe immer schon Gesichter in Dingen gefunden, mir aber nie die Mühe gemacht, das fotografisch festzuhalten. Vor ein paar Jahren hatte ich mir dann ein Jahr Auszeit genommen um zu Reisen. Ich war also das erste mal mit einer Kamera ausgestattet, egal wo ich war. Ich habe dann angefangen Fotos zu schießen von Gesichtern in leblosen Objekten. Diese Bilder lud ich dann bei flickr hoch, neben meinen Urlaubsbildern.
Ich hab dann schnell gemerkt, dass ich nicht die einzige war, die diese Gesichtsbilder machte, ich gründete eine flickr-Gruppe und lud andere dazu ein, ihre Bilder zu teilen. Die Popularität der Gruppe stieg rasant an, weswegen ich mich entschied jeweils das beste Bild des Tages in einem Blog zu posten. Der „Faces in Places“-Blog ist also eine Art Filter für die besten Bilder der flickr-Seite.
Warum denkst du, finden Menschen Gesichter in Gegenständen?
Jeder tut es: Angefangen von einem Kind, dass ein Gesicht in einer Wolke erkennt bis hin zum “Mann im Mond”. Wir können gar nichts dagegen tun. Menschen sind darauf programmiert Gesichter zu erkennen. Ich bin jedes mal aufs Neue überrascht von der Vielzahl der E-Mails die mich erreichen in denen die Menschen sagen: „Ich dachte ich bin die einzige Person die Gesichter in Gegenständen entdeckt“.
Du hast ein Buch herausgegeben, wie kam es dazu?
„Faces in Places“ wurdebekannt und es dauerte nicht lange, bis Menschen versuchten davon zu provitieren. Eine versuchte einige der Bilder nachzubilden ohne auf die Originale zu verweisen. Ein Fotograf aus unserer Community erzählte mir, dass sich ein Verlag bei ihm gemeldet hatte, der ein nicht autorisiertes „Faces in Places“ Buch plante. Das hat mich dann angetrieben ein offizielles Buch herauszubringen. Ich fand es einfach nicht fair, dass ein Verlag plante die Idee und Bilder anderer Leute in einem schnellen Geschäft auszunutzen. „Faces in Places“ war immer ein Spaß-, ein „Feel-Good-Projekt“, es fühlte sich also richtig an, dass dieses Buch Geld für einen guten Zweck (Hope for Children International) einbringen konnte.
Kaufst oder suchst du speziell nach Produkten mit einem Gesicht?
Nein, normalerweise stolpere ich immer über diese Gegenstände. Ich kenne aber ein paar Fotografen, die sehr viel Zeit mit der Jagd nach diesen Motiven verbringen.




