Der Meister des Klebebands: Mark Jenkins in Berlin

Lebendige Skulpturen

Manche Erkenntnisse kommen beiläufig. Bei Mark Jenkins war das ähnlich. Heute ist er einer der bekanntesten Street-Artists überhaupt, aber als er 2003 seine erste Skulptur in der Öffentlichkeit zeigte, war ihm noch gar nicht recht bewusst, was er da tat: Mark hatte ein gigantisches Spermium aus Klebeband gefertigt und wollte es fotografieren. Da es zu groß war um es in seinem Appartement abzulichten nahm er es mit nach draußen und hatte dort die Idee, es im Meer schwimmen zu lassen. Die Reaktionen der Passanten brachten ihn letztlich auf diese einmalige Idee. Seitdem erwachen in zahlreichen Fußgängerzonen seine Figuren zum Leben, allein durch die Interaktion mit den Passanten

Seoul © Mark Jenkins

Mark Jenkins derzeit in Berlin zu erleben

Mark weilt derzeit für eine Ausstellung in Berlin (19.01-26.02.2012, „Gestalten Space“, Raum für Design, Kunst und visuelle Kultur). Viel Zeit hat er also gerade nicht, für ein kurzes, humorvolles Interview hat er sich aber die Zeit genommen.


Mark, du arbeitest gerade in Berlin. Viele denken Berlin ist momentan ein weltweites Zentrum für Kunst und Kultur. Was denkst du?

Das mag schon sein. Ich bin aber noch nicht lang genug hier um das beurteilen zu können.

Du kreierst Skulpturen aus unterschiedlichen Klebeband-Arten. Was ist die Geschichte dahinter, wann hattest du die Idee dazu?

Ich hatte die Idee das erste Mal, als ich als Kind mit Klebeband gespielt hatte um Abdrücke von Gegenständen zu machen. 25 Jahre später habe ich die Idee dann wieder aufgegriffen. Es ist jedoch schwer zu sagen, warum jemand Ideen hat. Das ist ein großes Mysterium, ganz wie der Urknall.

Washington D.C. © Mark Jenkins


Die Menschen sind daran gewöhnt ins Museum zu gehen um Kunst zu sehen. Du stellst deine Kunst meist direkt auf der Straße aus. Warum?

Das ist sehr einfach: Es ist kein langer Weg und du musst niemanden um Erlaubnis fragen. Es ist ein langer, aufwändiger Prozess um seine eigenen Werke in ein Museum zu bekommen, es sei denn du bist ein Schleimer.

Was fühlst du, wenn die Straßenreinigung oder Passanten Werke von dir mitnehmen, für die du lange gebraucht hattest?

Naja, ich nehme dann mal an sie tun einfach ihren Job wenn sie von der Straßenreinigung sind. Aber wenn es ein Passant ist, würde ich doch stark hoffen, er ist passionierter Kunstsammler oder hat eine Geisteskrankheit, die für seinen Wunsch das Werk zu besitzen verantwortlich ist. Hauptsache es ist keine dieser normal-langweiligen Personen, die damit nichts spezielles anstellen wollen außer es in der Wohnung oder eigenen Bar zu haben.

Storker Project © Mark Jenkins

Wie es weiter geht? Das und mehr Bilder auf der zweiten Seite!Was ist das kurioseste, das dir bei deiner Arbeit auf der Straße bisher passiert ist?

Ich begann Rückenschmerzen zu haben und es stellte sich dann als Nierenstein heraus. Ganz schön gruselig.

Ab dem 19.01 zeigst du einige deiner Werke in den Berliner “Gestalten”. Was können wir erwarten?

Schlechte Frage! Das würde ja den ganzen Spaß vorweg nehmen!! (lacht)

Stell dir vor, du hättest unbegrenzt Geld. Welches Projekt würde der Street-Artist Mark Jenkins realisieren?

Ich würde einen langen Urlaub auf Tahiti realisieren. Oder vielleicht Mexiko. Vielleicht würde ich auch eine Skulptur machen, die mit abhängen kann, damit meine Kunst auch ein bisschen Urlaub bekommt.

Malmö © Mark Jenkins

Michael Young - einer der einflussreichsten Designer seiner Generation

Das Wirken des 1966 in Großbritannien geborenen Designers wird selbst von Max Borka mit den Worten „enormer Einfluss“  beschrieben. Was ist an ihm so besonders?

Young lässt in seine Stücke nichts aus dem Barock oder aus der Zeit des Mittelalters einfließen. Er setzt auf ein schlichtes Design. Seine Werke sind nicht langweilig, farblos oder dezent. Michael Young bringt bei seinem Design die wichtigsten Dinge auf den Punkt:  Bei seinen neusten Uhren ist die Zeit und das Datum auf einem schwarzen Hintergrund, in einem blauen Licht gehalten. Das lässt die Uhr zeitlos und klassisch aber zugleich modern erscheinen.

Natürlich beschränkt sich der Designer nicht nur auf Uhren: Von Innenarchitektur, Fahrräder, Lautsprecher bis hin zu Plakaten für „The Asian Aerospace Show“ 2009 oder sogar Ölflaschen ist alles dabei. Desweiteren kooperiert Young mit großen Namen wie Lacoste.

Woher der momentan in Hong Kong lebende Designer seine Inspiration nimmt, bleibt aber sein Geheimnis. Fest steht, dass er Musikbücher den Mode-, Architektur- und Designbüchern vorzieht, die ihm von allen Seiten zugeschickt werden und manchmal kommt es auch vor, dass der passionierte Motörheadfan zu klassischer Klaviermusik greift.

Young ist von Grund auf einfach anders als andere Designer. Sein Start in der Branche begann jedoch wie bei vielen anderen auch: Er studierte Möbel- und Produktdesign in London und setzte von Beginn an nicht auf limitierte, sondern auf vielfach produzierte Ware. “Es ist Design wie die industrielle Kunst, die mich interessiert, nicht in einer limitierten Ausgabe, aber in Massenproduktion“, so Young. Jedoch kapselte er sich von den gewöhnlichen Designern schnell ab und faszinierte mit seiner Individualität. Womöglich entstand seine aktuellste Uhrenkollektion aus einer kleinen Kritzelei im Café. Im Studio zu sitzen und zu zeichnen ist Young zu einseitig. Oft geht er in ein Café um dort auf ein Stück Papier zu kritzeln und daraus entstehen dann seine Ideen.

Aber egal ob bei den vor Jahren entstandenen Stücken oder den neuen Kollektionen: Sein Stil ist der gleiche: von der modernen  Technologie beeinflusst und stets futuristisch. Diese Art zu designen gefiel beispielsweise auch der Firma Georg Jensen, woraufhin Michael Young etliche Reise-Accessoires für Georg Jensen entwarf.

Insgesamt hat Michael Young die Kunst seiner Generation maßgeblich beeinflusst und ist noch heute ein hoch geschätzter und anerkannter DesignerAb 30.03 auf Fab.de.


Smile, you’re designed to.

FAHRER – Upcycling in Perfektion

Funktionalität und Nachhaltigkeit – zwei Worte mit denen man normalerweise nicht Design und Individualität verbindet. Doch genau das macht die Berliner Marke FAHRER. Wie funktioniert das?

KOMPLIZEEinzigartige Produkte und außergewöhnliche Namensgebung macht FAHRER heute zu einer bekannten Anlaufstelle für Fahrradzubehör. Beispielsweise der „Komplize“, ein einfacher Ersatz für den Rucksack, der beim Radfahren oft stört. Man kann ihn umhängen oder einfach an den Rahmen des Fahrrads anlegen – ganz egal.  Außerdem wird man nie jemanden treffen, der die gleiche Tasche besitzt, denn jede Tasche ist ein Unikat.

Die hochwertigen Produkte von FAHRER werden aus gebrauchten LKW-Planen oder Werbebannern gefertigt. Dadurch wird Abfall vermieden und gleichzeitig entstehen aus den alten Stoffen hochwertige Einzelstücke.  Diese nennt man „Upcycling“-Produkte.

AGENTObwohl die einzelnen Stücke gleiches Design erfahren, ähnelt kein Teil dem Anderen. Jede Modellreihe ist aufgrund der begrenzten Materialien limitiert. Jeder „Komplize“, jeder „Agent“, jeder „Langfinder“ hat seine eigene Geschichte: Wer sich dafür interessiert, woher sein Produkt stammt, findet Information darüber und die Seriennummer, individuell bei jedem Stück.

Wer jetzt noch zweifelt, ob der Produktionsprozess wirklich so überlegt abläuft wie beschrieben, wird vielleicht dadurch überzeugt, dass FAHRER nur mit Behindertenwerkstätten zusammenarbeitet. Eine nachhaltige und herzliche Produktion durch Handarbeit und Rücksicht.

FAHRER erhielt für ihre Produkte genau aus diesen Gründen schon Auszeichnungen wie den Eurobike-Award 2008 für das BAND, das die Hosenbeine vor der öligen Fahrradkette schützt. Für den oben bereits erwähnten KOMPLIZEN und den SPITZEL konnte FAHRER in den beiden darauffolgenden Jahren diesen Erfolg wiederholen. Der SPITZEL ist eine Halterung fürs iPhone, die man nicht nur am Fahrrad, sondern auch am Kinderwagen, Einkaufswagen oder Rasenmäher anbringen kann, um seine Einkaufslisten-App oder Babyfon-App endlich mal gebrauchen zu können.    

Wer der Umwelt also etwas Gutes tun will, fährt nicht nur mit dem Rad, sondern lässt sich auch von dem passenden  „Upcycling“- Zubehör begleiten. Ab 29.03 auf Fab.de.

 

Smile, you’re designed to.

 

Liebe Casacanda Mitglieder,

vor nur 5 Monaten haben wir Casacanda mit dem Ziel gestartet Design in die Welt zu bringen und für jeden bezahlbar zu machen. Wir hatten das Ziel ein Unternehmen aufzubauen, welches es Menschen in ganz Europa ermöglicht Zugang zu großartigen Designs zu bekommen – über alle Kategorien hinweg und in allen Preisklassen.

Innerhalb von nur 5 Monaten ist es uns gelungen über 250.000 aktive Mitglieder in ganz Deutschland für Design zu begeistern und tausende Designartikel zu verschicken - jedes einzelne Paket mit dem Ziel ein Lächeln auf das Gesicht unserer Kunden zu zaubern. Allein in den letzten 30 Tagen durften wir über 90.000 neue Mitglieder bei uns begrüßen und mit unseren Designs begeistern. Innerhalb kürzester Zeit haben wir uns so zu Deutschlands führender Plattform für Design entwickelt.

Im Rahmen unserer Mission Design in die Welt zu bringen, sind wir seit einigen Monaten in Kontakt mit Fab.com, dem führenden amerikanischen Anbieter für Design online. Fab fasziniert seine Mitglieder täglich mit einmaligen Designs und hat innerhalb von nur 8 Monaten 2 Million Mitglieder von sich überzeugen können. Das Team von Fab, allen voran die Gründer Jason Goldberg und Bradford Shellhammer, teilen unsere Vision, Design weltweit verfügbar zu machen und täglich ein Lächeln auf die Gesichter der Mitglieder zu zaubern.

Daher sind wir sehr stolz dir heute mitteilen zu können, dass wir ab sofort Teil der Fab-Familie sind und von nun an gemeinsam Design in die Welt bringen werden! Ab sofort findest du uns unter Fab.de

Für dich bedeutet das…
… noch mehr Designer
… noch aufregendere Produkte
… noch schnellere Lieferung

Durch diese Partnerschaft kommen wir unserem Ziel, ein globales Unternehmen für Design aufzubauen, einen großen Schritt näher. Mit gemeinsam über 200 Mitarbeitern, haben wir nun die Möglichkeit auf ein internationales Team an Design Experten in Amerika, Europa und dem Rest der Welt zurückzugreifen.

Wir freuen uns auf den gemeinsamen Weg mit Fab und sind davon überzeugt dich ab sofort mit noch mehr aufregenden Designs begeistern zu können.


Christian Tiessen, Sascha Weiler, Roman Kirsch - Gründer Casacanda

Ambitious Design: Fashiondesign auf der Höhe der Zeit

Ambitious Design auf dem Vormarsch

Verena Geistlich ist eine Designerin in der aufstrebenden Modestadt Berlin. Ihre Entwürfe sind spektakulär und haben in der Modebranche bereits für Aufsehen gesorgt, ein Ambitious-Flagshipstores in Berlin ist bereits in Planung. Wir sprachen mit der Designerin über Farben, Kunst und aktuelle Trends.

Würden Sie sagen, dass Sie mit Ambitious Ihren Traum leben?

Plakativ könnte man das so sagen, absolut ich lebe meinen Traum! Differenzierter sehe ich mich und „Ambitious“ auf einem Weg, einem Weg, der uns unseren Träumen näher bringt. Dieser Weg ist ein extrem energiegeladener – aber ein sehr glücklicher, ja! Wie alles im Leben erfordert der natürlich Anstrengung, eine gewisse Disziplin und auch ein Abschied nehmen von vielen Konventionen und Gewohnheiten, was auch gut und wichtig ist.

In Ihrer aktuellen Kollektion dominieren Schwarz und Weiß. Warum?

Schwarz und Weißbilden für mich eine atemberaubende Symbiose wie Tage und Nächte, selten liegen Einklang und Unterschied auf surreale Art und Weise so nah zusammen.

Harmonie in der Disharmonie und andersherum.

Collection Morbide Fall/Winter 2012/2013 © Verena Geistlich


Sie sagten einst ihre Mode hängt eng mit Kunst zusammen…

Kunst und Mode sind meiner Meinung nach untrennbar miteinander verknüpft. Meine Ideen für Formen und Farben erhalte ich insbesondere aus der Kunst. Schon als kleines Kind hat mich Kunst, insbesondere die Malerei fasziniert und in meinem Kinderalltag kräftig inspiriert und geleitet. Auch heute werde ich immer wieder inspiriert durch Arbeiten von Salvatore Dali, Rene Magritte und Otto Dix. Ich habe eine Passion für Abstrakte Formen, daher sind viele der „Ambitious“-Schnitte auch sehr experimentell. Zum Beispiel ist es für mich äußerst Interessant aus einem fließenden Stoff eine andere Form entstehen zu lassen. Diesen Prozess kann man sowohl in der Kunst, wie z.B. bei Dalis zerfliesenden Uhren oder Thomas Schüttes Skulpturen als auch in der Mode beobachten.

In Ihren bisherigen Kollektionen dominieren meist zwei Farben. Wann können wir eine bunte Geistlich-Kollektion erwarten?

Die „Ambitious“-Linie lebt auch in den Augen unserer Kunden von den besonderen Details und einer durchdachten Schnittgestaltung welche eher mit dem Kontrast von Härte und Fluss spielt. Kräftige Farben oder Muster würden viele der Schnitte eher überblenden und schlussendlich zu konkurrierend wirken.

Collection Morbide Fall/Winter II 2012/2013 © Verena Geistlich


Was erwartet unsere Augen auf Berlins Straßen im kommenden Frühjahr/Sommer?

Um diese Frage zu beantworten muss man ja kein Orakel sein, ich bin jedenfalls oft gelangweilt von der Berechenbarkeit der Mode auf den Berliner-Straßen.

Wir werden weiterhin die relativ unkreative Uniformierung derjenigen erleben, die eigentlich „ganz anders sein möchten“ und die damit ohne es zu merken einen „every-corner-mainstream“ begründet haben. Aber zum Glück auch genau die Menschen, die wirklich den Mut haben sich selber darzustellen und dabei genauso stilvoll wie authentisch sind. Dazu leisten wir gerne jederzeit einen Beitrag. (lacht)

Ambitious Design Logo © Verena Geistlich

Skizzieren Sie bitte kurz einmal den Prozess, der hinter Ihrer Arbeit steht.

Inspiration finde ich nicht nur wie schon erwähnt in der Kunst, sondern auch in alltäglichen Dingen. Dinge und Menschen die ich erlebe und sehe. Das Leben bietet ja unendliche Möglichkeiten sich kreativ zu entfalten und vor allem kreativen Input aufzunehmen.
Mancher Input reicht als Initialzündung zum Start einer neuen Kollektion. Es folgen Stoffauswahl und das Entwerfen der Designs. Zeitgleich beginne ich Schnitteile anzufertigen und das ein oder andere Detail an einer Puppe zu drapieren. Parallel dazu arbeiten wir an diversen anderen Dingen wie z.B. dem Shooting-Konzept.
Wenn alles passt werden die Musterteile angefertigt und die endgültige Kollektion formiert sich. Pünktlich zur „fashion-week“ kann die Kollektion dann geordert und getragen werden.

Ohne finanzielle oder Ressourcen-abhängige Grenzen: Welches Projekt würden sie als erstes umsetzen?

Die Frage ist recht verführerisch, aber wenn man genau darüber nachdenkt, was dies bedeuten würde, dann wäre dies natürlich prioritär ein Charity-Projekt enormen Ausmaßes.
Konkret auf die Struktur von „Ambitious“ bezogen, würden wir die sehr guten internationalen Ansatzpunkte am Markt, die sich für uns im letzten Jahr ergeben haben mit einigen Ambitious-Flagshipstores in Metropolen parallel zu Berlin deutlich schneller aufnehmen und feedbacken können.

Die Designerin Verena Geistlich © Verena Geistlich

250 Mio. $ für Paul Cézanne!

Werk des französischen Impressionisten wechselt für eine Viertelmilliarde den Besitzer

Das Emirat Qatar rüstet weiter auf. In den vergangen Jahren hat der Wüstenstaat bereits mit einigen Zukäufen bedeutender zeitgenössischer Kunstwerke für Aufsehen gesorgt. Nun wurde offenbar eines von Paul Cézannes Meisterwerken aus der “Die Kartenspieler”-Reihe (1892-1896) für stolze 250 Millionen Dollar erworben. Damit ist es unangefochten das teuerste Bild der Welt. Bislang war das Bild in Privatbesitz und wird aller Voraussicht nach schon bald dauerhaft öffentlich zu besichtigen sein. Andererseits könnte die hohe Summe aber auch für Kopfschütteln sorgen… Was sagt ihr dazu?

"Die Kartenspieler" Paul Cézanne (hier eine Aufnahme aus dem Courtauld Institute, London) © <a target="_blank" data-mce-href="http://www.flickr.com/photos/hisgett/" href="http://www.flickr.com/photos/hisgett//">Tony Hisgett</a><br data-mce-bogus="1">

Young Art @ Spotlight: Ulrich Stürmer

Ventilatoren im Zentrum der Kunst

Nummer drei in unserer Kunstreihe ist Ulrich Stürmer. Der Wahl-Stuttgarter ist Jahrgang 66 und widmet sich seit nunmehr knapp sechs Jahren ausschließlich der Kunst. Mit 40 Jahren stellte sich der diplomierte Holztechniker die Frage, ob es denn möglich sei, das eigene Leben einer Komplettänderung zu unterziehen. Er beantwortete die Frage mit „Ja“ und lieferte den Beweis gleich selbst.

In seiner Zeit als Ingenieur hatte er bereits angefangen Ventilatoren zu sammeln. Ein Blick auf seine umfassende Sammlung belegt, dass es ihm vor allem die älteren Klassiker angetan haben. Nachdem er zu Beginn seine Künstlerlaufbahn mit Skulpturen experimentierte, konzentrierte er sich in den letzten Jahren verstärkt auf die Verbindung seines Hobbies und seiner neuen Berufung: Im Rahmen der Kunstreihe „Venti-Art-Or“ kreierte er mithilfe seiner Ventilatoren zahlreiche Installationen.

Ventilator überall. Die Sammlung von Ulrich Stürmer umfasst alle erdenklichen Modelle

Erste Erfolge stellen sich ein

Mit seiner experimentierfreudigen Herangehensweise hat er es bereits in das renommierte „Arte Creative“-Portal geschafft. Vor allem über die Kreativplattform des deutsch-französischen Kultursenders bekommt er seitdem großen Zuspruch und hat mehr als nur einen Fuß in die Kunstszene gesetzt. Für den Künstler selbst gilt die Maxime: Nur das Werk zählt. Die gängige Praxis in der deutschen Kunstlandschaft ist ihm mehr oder weniger ein Dorn im Auge.




  Ulrich Stürmer über den Kunstmarkt

„Der Kunstmarkt wird meiner Meinung nach von Menschen bestimmt, für die Kunst vor allem eins ist: Eine Ware, mit der man Geld verdienen kann. Da es wenige eindeutige Kriterien gibt, nach denen Kunst beurteilt werden kann, bedienen sich Galeristen in Deutschland meist folgender Qualitätskriterien: 1. Wo und bei welchem Professor hat der Künstler studiert? 2. Welche Stipendien und Preise hat der Künstler bereits erhalten? 3. Wie alt ist der Künstler? 4. Wie bekannt ist der Künstler? Für mich als Kunstfreund, steht vor allem das Werk im Mittelpunkt, und nicht so sehr der Lebensweg.“



 

Das nächste spannende Projekt

Nach seinen Ventilatoren-Installationen widmet er sich nun einem neuen Projekt: Die Auflösung von Skulpturen. Das hört sich grundsätzlich erst einmal merkwürdig an, allerdings nur solange man es nicht gesehen hat. Da er den Auflösungsprozess auf Video festhält, wird die Vergänglichkeit sichtbar und damit quasi greifbar. Ein Kunststück, an dem bereits viele vor ihm gescheitert sind.



Gemälde ohne Pinsel & ohne Farbe! Tape Art von Max Zorn

Laternenkunst: Max Zorn

Max Zorn hat in den letzten Wochen für ordentlich Aufsehen gesorgt: Der Niederländer mit dem deutsch klingenden Namen fertigt in einem aufwändigen Prozess aus gewöhnlichem Paketklebeband Kunstwerke, die einer Sepia-Fotografie gleichen. Hat er eine Arbeit fertig gestellt, klettert er an Laternenmasten hinauf und befestigt sein Werk am Lampenschirm. Warum Max Zorn das macht und was ihm bei der durchaus gefährlichen Arbeit schon alles passiert ist, erzählt er uns exklusiv im Interview.

Max, wie gehts dir? Wovon halten wir dich gerade ab?

Mir geht’s ausgezeichnet, allerdings war ich noch nie beschäftigter als in diesen Tagen. Vor ein paar Wochen startete ein „normaler“ Tag gegen 10 Uhr mit einer Tasse Kaffee, etwas Taping, einer Stunde Facebook, wieder Taping und dann Pläne für die Nacht schmieden. Jetzt stehe ich so früh auf wie möglich, mache ein Tape-Bild nach dem anderen, versuche hunderte E-Mails zu beantworten, Projekte zu sortieren, vernünftig zu sein und scheitere daran regelmäßig.

4meer © Max Zorn


Du stellst aus Paketklebeband faszinierende Kunst her. Was ist die Geschichte hinter dieser Idee? Wann hattest du sie?

Die Idee kam spontan, als ich entlang der Amsterdamer Kanäle gejoggt bin. Ich bin an all den wunderschönen alten Straßenlaternen vorbeigelaufen und dachte das wäre ein großartiger Ort um Kunst auszustellen, wenn man nur das richtige Medium dafür hätte. Daher experimentierte ich dann mit verschiedenen Materialien. Als ich dann die Leuchtfähigkeiten des Materials erkannt hatte, fokussierte ich mich mehr auf die Arbeit mit Tape … und bin offenbar dabei hängengeblieben.

Once at night © Max Zorn


Menschen sind daran gewöhnt Kunst im Museum zu sehen. Du aber stellst deine Kunst direkt auf der Straße aus. Warum?

Wenn wir uns ein Kunstwerk ansehen, sehen wir für gewöhnlich etwas, das andere Menschen für uns ausgewählten. Normalerweise wird das von Museen, Galerien, Kunstsammlern oder Kritikern gemacht. Weil diese Menschen Experten sind (oder zumindest denken wir das), glauben wir ihrer Meinung darüber was beachtenswert ist. Nicht zwingend eine schlechte Sache, aber es beeinflusst unsere Kunst-Wahrnehmung. Letztlich wird dieses immense Universum an Kunst dort draußen durch eine kleine Elite gefiltert, die nur eine Handvoll Namen übrig lässt. Straßenkunst missachtet einfach diesen Filter. Jeder kann sprayen, kleben oder etwas an Wände, auf Straßen oder Lampen stricken. Das Publikum entscheidet selbst, ob es etwas mag oder nicht.

Nude 1 © Max Zorn

Wie wählst du den Ort aus, an dem du deine Kunst platzierst?

Ich habe normalerweise mindestens eine kleine Rolle Klebeband bei mir wenn ich reise und wenn ich eine coole Laterne sehe, kann ich meistens nicht widerstehen. Es steckt keine große Strategie dahinter. Manchmal inspirieren mich Orte für ein bestimmtes Motiv und dann möchte ich eine kleine Erinnerung hinterlassen.



Was ist der schwierigste Teil deiner Arbeit?

Kürzlich habe ich meine Fingernägel zu kurz geschnitten und bekam das Band nicht mehr vom Glas ab. Noch dazu schneide ich mich andauernd mit dem Skalpell. Das sind Dinge die mich manchmal etwas zurückwerfen. Wirklich schwierig allerdings ist das Motiv an sich. Ich forsche da richtig indem ich Filme schaue oder alte Postkarten durchstöbere bis ich fertig bin um sie in die Praxis umzusetzen. Wenn ich dann mal ein Motiv gefunden habe, klappt es auch irgendwie.

There she walks © Max Zorn


John © Max Zorn

Dein kuriosestes Erlebnis?

Naja, meistens arbeite ich zuhause. Außer dass vielleicht mein Mitbewohner nackt vorbeiläuft, weil er nicht wusste dass ich zuhause bin oder eine Katze die versucht das Klebeband von meinen Bildern abzukratzen, passiert eigentlich nicht viel. Das ist anders, wenn ich die Bilder dann aufhänge. Ich habe ein paar Narben an meinen Beinen vom Runterrutschen an den Laternenmasten, hatte schon einen gebrochenen Knöchel und auch hier und da ein paar Versteckspiele mit der Polizei zu überstehen. Diese Art der Kunst hat also eine langweilige und eine spannende Seite denke ich.


Wo und wie bekommst du Inspiration für neue Themen und Motive?

Manchmal aus dem Film Noir, manchmal ist es einfach ein altes Poster oder eine Postkarte die mich inspiriert. Es kann auch ein interessantes Gesicht oder eine eigene Stimmung sein. Es ist schwer diesen Inspirations-Moment zu fassen, ich bin einfach glücklich, dass er ab und zu auftaucht.

First Dance © Max Zorn

Max, danke für das Gespräch!

Naherholungsgebiet: öffentlicher Parkplatz! Der Parking Day machts möglich!

Grüne Invasion auf Parkplätzen

Beim alljährlich am 21. September stattfindenden Parking Day, einer globalen Open-Source-Veranstaltung, treffen sich Aktivisten und Künstler, um städtische Gebiete in temporäre öffentliche Parkanlagen zu verwandeln. Seinen Ursprung fand der Parking Day November 2005, als Künstler von „Rebar“, einem in San Francisco ansässigen Kunst- und Designatelier, einen Parkplatz in eine öffentliche Parkanlage umwandelten. Seitdem hat sich der Parking Day zu einer weltweiten Bewegung entwickelt. Unabhängig von „Rebar“ schaffen Organisationen und Einzelkünstler neue Formen von öffentlichen Räumen in städtischen Gebieten, in der Regel auf Fahrzeugparkplätzen, weltweit nach festgelegten Richtlinien.



Die Mission des Parking Days ist der Fokus auf die Notwendigkeit urbaner Freiflächen

Dabei haben es sich die Aktivisten des Parking Day zur Mission dieser Veranstaltung gemacht, den öffentlichen Fokus auf die Notwendigkeit von mehr urbanen Freiflächen und Parkanlagen zu lenken. Dabei wollen sie eine öffentliche Diskussion darüber entfachen, wie die Qualität des städtischen Lebensraums für die Stadtbevölkerung verbessert werden kann. Die Aktivisten des Parking Days versuchen mittlerweile eine Vielzahl sozialer Probleme in den verschiedensten Städten weltweit nach außen hin zu präsentieren und offenzulegen. Dabei zeigen sie verschiedene Interventionen und Experimente, um der Bevölkerung die sogenannte „Baum-Bank-Rasen“-Philosophie von „Rebar“ näherzubringen.


Eine der ersten Parking-Day-Aktionen in Deutschland fand 2007 in München statt

In den letzten Jahren wurden in vielen Städten Bäume gepflanzt, Rasen ausgesät, urbane Parkanlagen angelegt, Kunstwerke enthüllt und ökologische Demonstrationen veranstaltet. Auch in Deutschland verbreitete sich die Philosophie des Parking Days. So fand eine der ersten Aktionen im Rahmen dieser Bewegung am 21. September 2007 in München statt, die Aktion wurde vom „Green City e.V.“ initiiert. Dabei verwandelten die Aktivisten zwei Parkplätze in der Sendlinger Straße in einen Miniaturpark mit Rollrasen, Pflanzen, Sonnenschirmen, Liegestühlen und Tischen.

Gemeinnützige Vereine werden unterstützt

In diesem ersten Miniaturpark in München ließen sich Passanten nieder und genossen die willkommene Abwechslung auf den sonst grauen Parkplätzen. Im Rahmen dieser Aktionen verstärkte „Green City e.V.“ seine Forderung nach einer Umwandlung der Sendlinger Straße in eine Fußgängerzone.

Die alljährlichen Aktionen zum Parking Day zeigen die wahre Macht des Open-Source-Modells. Die Veranstalter lenken die Aufmerksamkeit auf für sie wichtige lokale und öffentliche Themen und ziehen Mitaktivisten an, die sich mit den Zielen und Sichtweisen der Veranstalter identifizieren können.


Der Parking Day als politisches Mittel

Politische und gesellschaftliche Themen wie beispielsweise Umweltpolitik, Gesundheit, Wasserschutz und auch die Gleichstellung der Ehe unterstützen die Ursprungsvisionen des Parking Days. Dies sind die Vorstellungen, der Stadtbevölkerung dabei zu helfen, ihren urbanen Lebensraum neu zu definieren und die Stadtgebiete den gesellschaftlichen Bedürfnissen nach mehr Lebensqualität mehr und mehr anzupassen.

Der red dot Design Award

Begehrter Preis mit Tradition

Der international anerkannte red dot design award wurde vom Designzentrum Nordrhein-Westfalen ins Leben gerufen. Dabei werden Arbeiten mit herausragender Designqualität von einer fachkundigen Jury ausgezeichnet. Besondere Arbeiten werden zusätzlich mit dem Titel „best of the best“ belohnt. Alle prämierten Arbeiten werden anschließend mindestens einJahr in dem „red dot design museum“ Essen ausgestellt. Der red dot design award wird von dem deutschen Kommunikations- und Designberater Peter Zec betreut. Designer und Hersteller aus der ganzen Welt können ihre Arbeiten für den alljährlichen Designwettbewerb anmelden.

Nach diesem Logo streben die Designer dieser Welt: der reddot design award


Der red dot design award wird in den Kategorien „Product Design“, „Communication Design“ und „Design Concept“ vergeben

Seit dem Jahr 2000 trägt der im Jahr 1955 erstmals vergebene Preis „Design Innovationen“ den Namen „red dot award: Product Design“. Kriterien für diese Auszeichnung sind beispielsweise die Funktionalität, der Innovationsgrad sowie die ökologische Verträglichkeit. Für die Auszeichnung „Product Design“ können z.B. Arbeiten aus folgenden Bereichen eingereicht werden: Schlafen und Wohnen, Küche und Haushalt, Architektur und Interior Design, Medien und Unterhaltungstechnik, Licht und Leuchten oder Mode, Schmuck und Luxusartikel.

Bordbar: Der spektakulär designte Flugzeugtrolley wurde 2011 ausgezeichnet


Auch Kommunikationsdesiger können sich bewerben

Seit dem Jahr 1993 wird der red dot award ebenso für Kommunikationsdesign vergeben. Die Verleihung des „red dot award: Communication Design“ erfolgt alljährlich im November oder Dezember. Für diese Auszeichnung können Arbeiten z.B. aus den Bereichen Werbung, Verpackung, Kino und Fernsehen oder Sound Design eingereicht werden.

Formschön und diskret: Der sanft designte Vibrator von Nomi Tang wurde 2010 ausgezeichnet


Wer gewinnt 2012?

Seit 2005 gibt es zudem den „red dot award: Design Concept“ der gemeinsam mit Ken Koo entwickelt wurde und vom red dot design museum Singapur inszeniert wird. Dazu wird seit 1988 alljährlich der Award „design team oft he year“ für besonders verdienstvolle Designteams mit einer kontinuierlich innovativen Arbeit. Diese Auszeichnung wird im Rahmen der Product-Design-Veranstaltung in Essen verliehen. Der Award „design agency of the year“ geht seit 2008 jedes Jahr an eine Kommunikationsagentur oder ein Designbüro und wird auf derselben Veranstaltung gemeinsam mit dem Wanderpokal „Stylus“ verliehen.

Wer dieses Jahr triumphieren wird? Wir sind gespannt und halten euch auf dem Laufenden…

Das junge Label LaNui wurde für diese Bettwäsche 2011 ausgezeichnet.